Der Nordatlantik hat mich seit meiner ersten Reise auf die Färöer-Inseln 2003 fasziniert. Schuld waren nicht nur die atemberaubenden Landschaften, sondern auch die Politiken und Kulturen dieser Kleinstaaten am Rande der Welt. Seit Ende 2003 habe ich deswegen neben meinem Grundstudium in Politikwissenschaft, Neuerer und Neuester Geschichte und Recht für Sozialwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München auch Isländisch studiert. 2004 war ich das erste Mal in Island, bereits 2005 ein weiteres Mal, dann auch für vier Wochen auf den Färöer-Inseln, um dort einen Kurs in Sprache, Geschichte und Kultur der Inseln zu belegen.

Nach einem zweisemestrigen Auslandsaufenthalt am University College Cork hat es mich ganz in den Norden verschlagen. An der Universität Islands konnte ich 2006 als einer der ersten ausländischen Studenten einen Master in internationalen Beziehungen belegen, der meinen Interessen voll und ganz Rechnung trug: die Politik der Kleinstaaten im äußersten Nordwesten Europas und ihre Rolle im internationalen System.

Für mich war klar, dass ich auch nach Abschluss meines Studiums 2008 versuchen würde, mich weiter mit der Politik im Nordatlantikraum zu beschäftigen. Ein Jahr später und um viele praktische Erfahrungen reicher wurde dieses Ziel Wirklichkeit. Seit Ende 2009 promoviere ich an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Islands in Politikwissenschaft. Thema meiner Dissertation ist die Ablehnung einer EU-Mitgliedschaft in Island, Grönland und den Färöer-Inseln. Es ist ein Thema, das nur wenig erforscht ist und unglaublich viele spannende Fragen aufwirft, die ich hoffentlich in meiner Dissertation beantworten kann.

Nach einem Auslandsaufenthalt in Island von Januar bis Juli 2011 und zwei dreiwöchigen Forschungsaufenthalten in Kopenhagen und auf den Färöer-Inseln im August 2011 und Februar/März 2012 schreibe ich gerade in Berlin an den einzelnen Kapiteln der Dissertation, die voraussichtlich 2014 erscheinen wird.